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Siegel & Labels

OEKO-TEX erklärt: Standard 100, Made in Green und Organic Cotton

Stoffmuster, Reagenzgläser und Lupe bei der Prüfung von Textilien

OEKO-TEX ist kein einzelnes Siegel, sondern eine Familie von Labels für Textilien und Leder. Das bekannteste, der STANDARD 100 by OEKO-TEX, bedeutet: Das fertige Produkt wurde auf Schadstoffe geprüft und liegt unter festgelegten Grenzwerten. Über Bio-Anbau oder faire Arbeitsbedingungen sagt der STANDARD 100 nichts aus, dafür gibt es die Labels MADE IN GREEN und ORGANIC COTTON. Hier erfährst du, was welches OEKO-TEX-Label prüft, wo die Grenzen liegen, wie es sich von GOTS unterscheidet und wie du ein Zertifikat selbst überprüfst.

Auf einen Blick

  • Herausgeber: OEKO-TEX, eine internationale Gemeinschaft unabhängiger Prüf- und Forschungsinstitute, Sitz in Zürich
  • Seit: 1992
  • Prüft: je nach Label Schadstoffe (STANDARD 100), Produktionsbedingungen und Rückverfolgbarkeit (MADE IN GREEN), Bio-Baumwolle (ORGANIC COTTON)
  • Geltungsbereich: Textilien und Leder auf allen Verarbeitungsstufen, dazu Produktionsstätten, Chemikalien und Unternehmen
  • Gültigkeit: STANDARD 100 Zertifikate jeweils ein Jahr
  • Offizieller Standard: oeko-tex.com, STANDARD 100

Was ist OEKO-TEX?

OEKO-TEX wurde 1992 gegründet und hat seinen Sitz in Zürich. Hinter den Labels steht ein Netz akkreditierter Prüfinstitute, die laut OEKO-TEX in über 70 Ländern tätig sind. Sie testen Produkte im Labor, prüfen Betriebe vor Ort und vergeben die Zertifikate.

Heute gehören sieben Standards und Labels zur OEKO-TEX-Familie. Drei davon siehst du als Verbraucher:in direkt auf Kleidung und Heimtextilien:

  • STANDARD 100 by OEKO-TEX: Schadstoffprüfung von Textilien
  • OEKO-TEX MADE IN GREEN: Schadstoffprüfung plus umwelt- und sozialverträgliche Produktion mit Rückverfolgbarkeit
  • OEKO-TEX ORGANIC COTTON: Bio-Baumwolle mit Schadstoff- und Gentechnikprüfung

Die übrigen Standards richten sich vor allem an Unternehmen: LEATHER STANDARD (Leder), STeP (Produktionsstätten), ECO PASSPORT (Chemikalien) und RESPONSIBLE BUSINESS (Sorgfaltspflichten in der Lieferkette).

OEKO-TEX ist in der Modebranche seit Langem präsent. Im Archiv der Ethical Fashion Show Berlin findest du OEKO-TEX zum Beispiel in der damaligen Label-Liste der Messe.

Kriterien: Was prüft der STANDARD 100?

Der STANDARD 100 ist ein Schadstofflabel. Geprüft wird das Produkt selbst, und zwar mit all seinen Bestandteilen. Laut OEKO-TEX werden Oberstoff, Nähgarne, Knöpfe und Reißverschlüsse auf eine Liste von über 1.000 Schadstoffen getestet. Die Prüfkriterien und Grenzwerte gelten laut OEKO-TEX weltweit einheitlich und berücksichtigen internationale Anforderungen und Vorschriften.

So läuft die Zertifizierung ab:

  1. Antrag: Ein Hersteller, Händler oder Zulieferer beantragt das Zertifikat für einen Artikel oder eine Artikelgruppe.
  2. Laborprüfung: Ein OEKO-TEX-Institut testet repräsentative Muster des Produkts im Labor.
  3. Betriebsbesuch: Ein Audit vor Ort bestätigt die Angaben zur Zertifizierung.
  4. Prüfbericht und Zertifikat: Das Unternehmen erhält einen detaillierten Prüfbericht und danach das Zertifikat.
  5. Erneuerung: Das Zertifikat gilt ein Jahr und muss dann erneuert werden.

OEKO-TEX gibt außerdem an, die Schadstoffgrenzwerte mindestens einmal im Jahr zu aktualisieren. Wer heute ein Zertifikat erhält, muss also die aktuellen Grenzwerte einhalten, nicht die von vor fünf Jahren.

Die vier Produktklassen

Wie streng die Grenzwerte sind, hängt davon ab, wie ein Produkt genutzt wird. Je enger der Hautkontakt, desto strenger die Anforderungen.

Produktklasse Für wen oder was Beispiele
Klasse I Baby- und Kleinkindartikel, strengste Anforderungen Windeln, Bodys, Babybettwäsche
Klasse II Produkte mit direktem Hautkontakt Unterwäsche, Bettwäsche, T-Shirts
Klasse III Produkte ohne direkten Hautkontakt Jacken, Mäntel
Klasse IV Dekorationsmaterialien Tischdecken, Vorhänge

Die Klasse steht auf dem Zertifikat. Für Babykleidung lohnt sich ein Blick darauf, ob wirklich Klasse I zertifiziert ist.

Was der STANDARD 100 nicht prüft

Das ist der häufigste Irrtum rund um OEKO-TEX: Der Name klingt nach „Öko“, der STANDARD 100 ist aber kein Nachhaltigkeitssiegel. Er sagt nichts darüber aus,

  • ob die Baumwolle aus biologischem Anbau stammt,
  • unter welchen Arbeitsbedingungen genäht wurde,
  • wie viel Wasser, Energie oder Chemikalien in der Produktion verbraucht wurden,
  • ob Abwässer in Färbereien gereinigt werden.

Die Verbraucherzentrale macht diesen Unterschied deutlich: Erst das Label MADE IN GREEN hat die ganze Produktionskette im Blick, und nur beim Label ORGANIC COTTON müssen die Fasern aus biologischem Anbau stammen.

Stufen und Varianten: die OEKO-TEX-Labels im Vergleich

OEKO-TEX MADE IN GREEN

MADE IN GREEN ist das anspruchsvollste OEKO-TEX-Label für Verbraucherprodukte. Es verbindet drei Bedingungen:

  1. Geprüftes Produkt: Das Produkt muss nach STANDARD 100, ORGANIC COTTON oder LEATHER STANDARD zertifiziert sein.
  2. Zertifizierte Produktion: Alle Konfektionsbetriebe müssen nach OEKO-TEX STeP zertifiziert sein. Einzelne Komponenten, die 5 % oder mehr des Produktgewichts ausmachen, müssen aus STeP-zertifizierten Betrieben stammen.
  3. Rückverfolgbarkeit: Jedes Label trägt eine eindeutige Produkt-ID oder einen QR-Code. Darüber siehst du, in welchen Betrieben und Ländern das Produkt hergestellt wurde.

Über die STeP-Zertifizierung fließen auch soziale Kriterien ein. OEKO-TEX nennt unter anderem faire Löhne, geregelte Arbeitszeiten, das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit sowie Arbeitssicherheit, etwa Brandschutz, Gebäudesicherheit und Schutzausrüstung. STeP selbst bewertet sechs Bereiche: Chemikalienmanagement, Umweltleistung, Umweltmanagement, soziale Verantwortung, Qualitätsmanagement sowie Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz.

OEKO-TEX ORGANIC COTTON

Dieses Label gilt für Textilien aus Bio-Baumwolle. Laut dem Gütezeichen-Finder der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) müssen zertifizierte Produkte mindestens 70 % Bio-Baumwolle enthalten, eine Mischung mit konventioneller Baumwolle ist nicht erlaubt. Geprüft werden unter anderem gentechnisch veränderte Organismen (GVO), Pestizide, Schadstoffe, Schwermetalle und PFAS.

OEKO-TEX betont den quantitativen GVO-Test, der zwischen Verunreinigung und absichtlicher Vermischung mit konventioneller Baumwolle unterscheiden soll. Die Lieferkette wird über Transaktionszertifikate und nach OEKO-TEX-Angaben über eine digitale Token-Technologie (Fibercoin™) nachverfolgt.

LEATHER STANDARD, STeP, ECO PASSPORT und RESPONSIBLE BUSINESS

  • LEATHER STANDARD: das Gegenstück zum STANDARD 100 für Leder. Ledermaterialien und Lederprodukte, einschließlich Schuhe, können auf jeder Verarbeitungsstufe auf Schadstoffe geprüft werden.
  • STeP: zertifiziert Produktionsstätten entlang der Textil- und Lederkette, von der Faserherstellung bis zur Konfektion.
  • ECO PASSPORT: richtet sich an Hersteller und Händler von Chemikalien, Farbmitteln und Hilfsstoffen für die Textil-, Leder- und Schuhindustrie.
  • RESPONSIBLE BUSINESS: eine Zertifizierung von Managementprozessen, mit denen Unternehmen ihre Sorgfaltspflichten in der Lieferkette erfüllen.

Kriterien-Tabelle: die drei Verbraucherlabels

Kriterium STANDARD 100 MADE IN GREEN ORGANIC COTTON
Schadstoffprüfung des Produkts ja, über 1.000 Substanzen ja (über STANDARD 100, ORGANIC COTTON oder LEATHER STANDARD) ja
Bio-Fasern vorgeschrieben nein nur wenn mit ORGANIC COTTON kombiniert ja, mindestens 70 % Bio-Baumwolle
Gentechnik-Test nein nur mit ORGANIC COTTON ja, quantitativ
Umwelt- und Sozialkriterien in der Produktion nein ja, über STeP-Zertifizierung nicht Schwerpunkt
Rückverfolgbarkeit für Verbraucher:innen Zertifikatsnummer Produkt-ID oder QR-Code mit Produktionsstätten Transaktionszertifikate in der Lieferkette
Typisch zu finden bei sehr vielen Textilien, auch im Discounter ausgewählten Marken Bio-Baumwollprodukten

Kritik und Grenzen

OEKO-TEX ist eines der bekanntesten Textillabels und für die Schadstoffprüfung ein sinnvoller Anhaltspunkt. Trotzdem solltest du die Grenzen kennen:

  • Verwechslungsgefahr: Viele halten den STANDARD 100 für ein Öko-Siegel. Er ist aber „nur“ ein Schadstofflabel für das fertige Produkt.
  • Grenzwerte statt null: Zertifizierte Produkte liegen unter festgelegten Grenzwerten. „Schadstofffrei“ im absoluten Sinn bedeutet das nicht.
  • Stichproben: Geprüft werden repräsentative Muster. Die Qualitätssicherung erfolgt über Audits und Kontrollen, nicht über einen Test jedes einzelnen Kleidungsstücks.
  • Soziale Kriterien nur bei MADE IN GREEN: Wer auf faire Arbeitsbedingungen achten will, braucht mindestens dieses Label. Existenzsichernde Löhne als ausdrückliches Ziel verfolgt laut Verbraucherzentrale zum Beispiel die Fair Wear Foundation.
  • Kein Ersatz für weniger Konsum: Auch ein zertifiziertes Billig-Shirt bleibt Teil eines Systems, das auf schnelle Kollektionswechsel setzt. Mehr dazu in unserem Artikel über Fast Fashion und ihre Folgen.

Typische Missverständnisse rund um OEKO-TEX

Weil das Logo so verbreitet ist, kursieren einige Irrtümer. Diese fünf begegnen uns besonders oft:

  • „OEKO-TEX heißt bio.“ Falsch. Nur ORGANIC COTTON verlangt Bio-Baumwolle. Ein T-Shirt mit STANDARD 100 kann aus konventioneller Baumwolle oder aus Polyester bestehen.
  • „Die ganze Marke ist zertifiziert.“ Meist nicht. Zertifikate gelten für bestimmte Artikel oder Artikelgruppen. Wenn eine Marke mit OEKO-TEX wirbt, prüfe, ob das konkrete Produkt gemeint ist.
  • „Der Stoff ist zertifiziert, also das ganze Teil.“ Nicht unbedingt. Ist nur das Material zertifiziert, sind Knöpfe, Garne oder Drucke des fertigen Produkts eventuell nicht mitgeprüft. Beim STANDARD 100 für das Endprodukt sind dagegen alle Bestandteile inbegriffen.
  • „Einmal zertifiziert, immer zertifiziert.“ Nein. Ein STANDARD-100-Zertifikat gilt ein Jahr. Danach muss das Unternehmen es erneuern, sonst darf das Label nicht mehr verwendet werden.
  • „MADE IN GREEN ist nur ein anderes Logo.“ Auch falsch. Für MADE IN GREEN müssen zusätzlich die Konfektionsbetriebe nach STeP zertifiziert sein, und du kannst die Produktionsstätten über die Produkt-ID nachverfolgen.

OEKO-TEX oder GOTS: Was ist besser?

Die Frage taucht in der Suche sehr oft auf, dabei vergleicht sie zwei verschiedene Dinge. Der Global Organic Textile Standard (GOTS) ist ein Nachhaltigkeitsstandard für Textilien aus Bio-Fasern. Laut Verbraucherzentrale werden nur Textilien zertifiziert, die mindestens 70 % Fasern aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft enthalten, und es gelten die ILO-Kernarbeitsnormen. GOTS deckt nach eigenen Angaben jeden Produktionsschritt ab, von der Faseraufbereitung über Spinnen, Nassveredelung und Konfektion bis zum Handel.

Kriterium OEKO-TEX STANDARD 100 OEKO-TEX MADE IN GREEN GOTS
Hauptfokus Schadstoffe im Endprodukt Schadstoffe plus nachhaltige Produktion Bio-Fasern plus Umwelt- und Sozialkriterien
Bio-Fasern nicht verlangt nicht verlangt mindestens 70 %
Sozialkriterien nein ja ja, ILO-Kernarbeitsnormen
Ganze Lieferkette nein Konfektion und größere Komponenten ja, alle Verarbeitungsstufen

Kurz gesagt: Wenn es dir nur um Schadstoffe geht, reicht der STANDARD 100. Wenn du Bio-Fasern und eine umfassend geprüfte Lieferkette willst, ist GOTS die stärkere Wahl. MADE IN GREEN liegt dazwischen und punktet mit der Rückverfolgbarkeit per QR-Code. Wer zusätzlich auf faire Rohstoffpreise für Baumwollbäuer:innen achtet, sollte sich das Fairtrade-Siegel für Baumwolle anschauen. Der staatliche Grüne Knopf wiederum baut als Metasiegel auf anderen Siegeln auf und prüft zusätzlich das Unternehmen.

Und im Vergleich zu Fairtrade und Grünem Knopf?

Auch diese beiden Siegel prüfen etwas anderes als der STANDARD 100. Die folgende Übersicht fasst die Schwerpunkte laut Verbraucherzentrale und den jeweiligen Standardgebern zusammen:

Siegel Worum es vor allem geht Was es nicht abdeckt
OEKO-TEX STANDARD 100 Schadstoffe im Endprodukt Bio-Fasern, Sozial- und Umweltkriterien der Produktion
OEKO-TEX MADE IN GREEN Schadstoffprüfung plus STeP-zertifizierte Produktion, Rückverfolgbarkeit Bio-Fasern (außer in Kombination mit ORGANIC COTTON)
GOTS Bio-Fasern, Umwelt- und Sozialkriterien über die ganze Kette Produkte mit weniger als 70 % Bio-Fasern
Fairtrade Cotton fair angebaute und gehandelte Rohbaumwolle andere Fasern, Schadstoffprüfung des Endprodukts
Grüner Knopf staatliches Metasiegel, prüft Produkt und Unternehmen eigene Laborprüfung, baut auf anderen Siegeln auf

In der Praxis ergänzen sich die Siegel. Ein Shirt mit GOTS oder Fairtrade Cotton und zusätzlich OEKO-TEX STANDARD 100 deckt Rohstoff, Produktion und Schadstoffe gleich mehrfach ab.

So prüfst du ein OEKO-TEX-Label

Gefälschte oder abgelaufene Labels kommen vor. Du kannst jedes OEKO-TEX-Label in wenigen Schritten selbst checken:

  1. Nummer finden: Auf dem Label stehen eine Zertifikats- oder Labelnummer und der Name des Prüfinstituts. Bei MADE IN GREEN gibt es zusätzlich eine Produkt-ID oder einen QR-Code.
  2. Label Check nutzen: Gib die Nummer im offiziellen OEKO-TEX Label Check ein oder scanne den QR-Code. Achtung: Groß- und Kleinschreibung wird unterschieden.
  3. Ergebnis vergleichen: Passt das Zertifikat zum Produkt und zum Unternehmen? Ist es noch gültig?
  4. Kein Treffer? Dann wende dich an OEKO-TEX. Auf der Website gibt es außerdem eine Übersicht über entzogene Zertifikate und Labels.

Ein Hinweis wie „nach OEKO-TEX-Kriterien geprüft“ ohne Nummer ist kein echtes Label. Vorsicht auch bei Texten wie „Stoff OEKO-TEX zertifiziert“: Dann ist eventuell nur der Stoff geprüft, nicht das fertige Produkt mit Knöpfen und Garn.

OEKO-TEX im Alltag: wofür es sich lohnt

Besonders sinnvoll ist ein Blick auf OEKO-TEX bei allem, was lange und eng auf der Haut liegt: Babykleidung, Unterwäsche, Bettwäsche, Handtücher und Sportkleidung. Auch bei Materialien wie Tencel oder Viskose kann ein Schadstoffsiegel für das fertige Teil eine sinnvolle Ergänzung sein, weil Färben und Ausrüsten erst nach der Faserherstellung passieren. So gehst du beim Einkauf pragmatisch vor:

  • Babys und Kleinkinder: Achte auf STANDARD 100 in Produktklasse I oder auf GOTS.
  • Unterwäsche und Bettwäsche: Produktklasse II reicht für den Schadstoffaspekt. Für Bio-Baumwolle brauchst du zusätzlich ORGANIC COTTON oder GOTS.
  • Jacken und Outdoor: Hier lohnt ein Blick auf MADE IN GREEN, weil Beschichtungen und Membranen chemisch aufwendig sind.
  • Schuhe und Lederwaren: Suche nach dem LEATHER STANDARD.
  • Online-Shops: Filterfunktionen wie „OEKO-TEX“ sind praktisch, ersetzen aber nicht den Label Check mit der Nummer auf dem Produktfoto oder in der Artikelbeschreibung.

Weitere Siegel im Überblick findest du in unserer Rubrik Siegel & Labels.

Häufige Fragen

Was sagt OEKO-TEX aus?

Das hängt vom Label ab. Der STANDARD 100 bestätigt, dass ein Produkt auf Schadstoffe geprüft wurde und unter den Grenzwerten liegt. MADE IN GREEN prüft zusätzlich die Produktion, ORGANIC COTTON steht für Bio-Baumwolle.

Ist OEKO-TEX vertrauenswürdig?

Für das, was es prüft, ja: Die Produkte werden von unabhängigen Instituten im Labor getestet, Zertifikate gelten ein Jahr und lassen sich online überprüfen. Es ist aber wichtig zu wissen, dass der STANDARD 100 weder Bio-Anbau noch faire Arbeit abdeckt.

Was ist besser, GOTS oder OEKO-TEX?

GOTS ist umfassender, weil es Bio-Fasern, Umweltkriterien und Sozialstandards über die ganze Lieferkette verlangt. Der OEKO-TEX STANDARD 100 prüft nur Schadstoffe im Endprodukt. MADE IN GREEN liegt dazwischen.

Bedeutet OEKO-TEX, dass Kleidung bio ist?

Nein. Nur das Label OEKO-TEX ORGANIC COTTON verlangt Bio-Baumwolle, und zwar mindestens 70 %. Beim STANDARD 100 und bei MADE IN GREEN ohne ORGANIC COTTON können die Fasern konventionell sein.

Wie lange ist ein OEKO-TEX-Zertifikat gültig?

Ein Zertifikat nach STANDARD 100 gilt ein Jahr und muss danach erneuert werden. Die Gültigkeit kannst du im Label Check auf oeko-tex.com prüfen.

Was bedeutet Produktklasse 1 bei OEKO-TEX?

Produktklasse I gilt für Baby- und Kleinkindartikel und hat die strengsten Grenzwerte. Die Klassen II bis IV gelten für Produkte mit Hautkontakt, ohne Hautkontakt und für Dekomaterialien.

Gibt es OEKO-TEX auch für Schuhe und Leder?

Ja. Der OEKO-TEX LEATHER STANDARD prüft Ledermaterialien und Lederprodukte einschließlich Schuhe auf Schadstoffe, und zwar auf jeder Verarbeitungsstufe. Für Textilschuhe kann auch der STANDARD 100 gelten.

Was bedeutet OEKO-TEX MADE IN GREEN?

MADE IN GREEN steht für ein Produkt, das auf Schadstoffe geprüft ist und in STeP-zertifizierten Betrieben hergestellt wurde. Über die Produkt-ID oder den QR-Code auf dem Label kannst du nachverfolgen, in welchen Betrieben und Ländern es produziert wurde.

Ist Kleidung ohne OEKO-TEX-Label gefährlich?

Nicht automatisch. In der EU gelten ohnehin gesetzliche Vorgaben für Chemikalien in Produkten, etwa die REACH-Verordnung. Ein OEKO-TEX-Label bietet eine zusätzliche, unabhängige Laborprüfung und ist vor allem bei Produkten mit engem Hautkontakt eine sinnvolle Orientierung.

Quellen

  1. OEKO-TEX: STANDARD 100 by OEKO-TEX
  2. OEKO-TEX: MADE IN GREEN
  3. OEKO-TEX: ORGANIC COTTON
  4. OEKO-TEX: STeP
  5. OEKO-TEX: LEATHER STANDARD
  6. OEKO-TEX: Über uns
  7. OEKO-TEX: Label Check
  8. Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR): Gütezeichen-Finder, OEKO-TEX ORGANIC COTTON
  9. Verbraucherzentrale: Faire Kleidung, das bedeuten die Siegel
  10. Global Standard gGmbH: GOTS
Redaktion EFB Magazin
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